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Bericht 2007

Der Standort

 

An der Mündung des Agni-Flusses - ein Arm des heiligen Flusses Cauvry – liegen mehrere kleine Fischerdörfer. Früher wuchsen unzählige Mangroven in dieser Gezeitenzone. Wie an vielen anderen Orten der Welt werden sie hier bereits seit tausenden von Jahren genutzt. Sie wurden als Brennholz abgeholzt, zur Honigproduktion und als Weideland für Rinder genutzt, die Nypa-Palmenblätter dienten als Dächer. Heute jedoch werden die restlichen Waldgebiete für landwirtschaftliche Nutzung und Besiedelung beansprucht. Der Salzabbau, die Ausweitung der Garnelenfarmen und das stetige Bevölkerungswachstum setzen die wenigen Mangrovenwälder immer weiter unter Druck. Dazu kommt noch die Umweltverschmutzung durch die nahegelegenen Städte. So wachsen heute nur noch einige wenige Mangroven-Wäldchen an der Mündung des Agni-Flusses.

 

Mangroven zeigen spezielle Anpassungen an ihren widrigen Lebensraum in der Gezeitenzone. Einige Arten besitzen Samen, die noch am Mutterbaum keimen: Die Samen fallen bei Ebbe zu Boden und werden dort zu neuen Pflanzen. Ein Weg der Wiederaufforstung ist, diese Samen zu sammeln und sie an ausgesuchten Stellen wieder einzupflanzen. Auf diese Weise werden im Winter Samen aus intakten Wäldern für die Baumschulen gesammelt. Die Setzlinge werden dann per Hand vorgezogen und in den vorher ausgewählten Gezeitenzonen eingepflanzt. Wir unterweisen ortsansässige Fischer in Keimung, Pflanzung und Beobachtung der Setzlinge, um den langfristigen Schutz der Mangrovenbäume zu gewährleisten.

 

Das Wiederaufforstungsprojekt wird in enger Absprache mit der Forstbehörde in Pudhukkottai und Meeresbiologen der Universität koordiniert. Mehrere internationale Studenten und Wissenschaftler haben sich bereits für einzelne Studien vor Ort engagiert. Das MANGREEN-Projekt wird mindestens zehn Jahre laufen, um der Küste neue Mangrovenwälder und der Bevölkerung eine nachhaltige Zukunftsgrundlage zu ermöglichen.  MANGREEN möchte ein nachhaltiges Wachstum der Mangrovenwälder fördern und gleichzeitig das ambivalente Verhältnis der Bevölkerung zu ihrer Umwelt mit Aufklärungskampagnen zukunftsfähig gestalten.

 

Aktivitäten in 2007

 

Zwischen den Dörfern Khezzatthotam und Velivayal lagen in der Agni Mündung mehrere ungeschützte Mangrovenwälder, die wir im Jahr 2007 nun durch die  Marubis e.V. Projektmittel in das Gesamtprojekt einbinden konnten. Folgende Aktionen wurden dazu durchgeführt:

 

1. Feldsondierung, Erforschung und Monitoring

Wir haben eine Bestandsaufnahme der existierenden Mangroven erarbeitet, die Geländetopographie erfasst und die hydrologische Situation erforscht.

 

2. Sedimententnahme und Einzäunung

Um die freie Bewässerung durch den Fluss zu gewährleisten, wurden die Gräben von angesammelten Detritus und Sedimenten befreit. Zur Gewährleistung einer natürlichen Rekrutierung haben wir die entsprechenden Gebiete eingezäunt.

 

3. Vorbereitung und Durchführung der künstlichen Aufforstung.

Die in den so genannten Fish-bone Kanälen existierenden Mangroven wurden durch künstliche Besetzung in ihrem Bestand vergrößert. Dazu haben wir aus den MANGREEN-Baumschulen Setzlinge vorbereitet und ins Feld gebracht. Das Wachstum der Mangrovensetzlinge wurde durch internationale Studenten und die Mitarbeiter von OMCAR überwacht.

 

4. Umweltbildungsprojekte und Naturschutzpolitik

Die Küstendörfer entlang der Flussmündung zeichnen sich durch eine sehr große Armut aus. Jede Naturschutzaktivität kann aber nur durch eine enge Verzahnung zur sozio-ökonomischen Situation erfolgen. Daher sind auch immer Bildung, Einkommen, Gender-Fragen, Hygiene, Trinkwasserversorgung und alternative Erwerbsquellen u. a. ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung des Projekts. Durch

  • Bildung von Dorf-Naturschutzgruppen
  • Einbeziehung der lokalen Behörden
  • Selbsthilfegruppen für Fischerfrauen
  • Öko-Gruppen an den Schulen
  • Bereitstellung von Bambus als alternatives Fischfangmaterial u.a. konnten wir die Dörfer in den Mangrovengebieten zur weitreichenden Mitarbeit gewinnen.

 

(Dr. Onno Groß, 1. Vorsitzender DEEPWAVE e.V.)

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Kontakt Marubis

 

Mariner Arten- und Biotopschutz e.V.
c /o Stefan Schäfer
Zum Biegeberg 4
34599 Neuental - Waltersbrück
Deutschland

 

Stefan Schäfer

 

 

 
 
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